Könige und Knutsböcke

Das finnische Pendant zum Tag der Heiligen Drei Könige am 6. Dezember ist loppiainen. Das Wort stammt vom finnischen loppu und bedeutet das Ende der Weihnachtszeit.

Der 6. Januar erinnert an den Besuch der Weisen aus dem Morgenland bei Jesus an der Krippe und damit an das Erscheinen Gottes in der Welt. Daher kommt der Name Epiphanias, Erscheinung. In Finnland ist der 6. Januar ein gesetzlicher Feiertag und wird nicht mit den drei Weisen Männern in Zusammenhang gebracht, sondern mit dem Ende der weihnachtlichen Feiertage.

Früher dauerte die Weihnachtszeit in Finnland sogar bis zum 13. Januar, also insgesamt 20 Tage, wie auch in den anderen nordischen Ländern. Traditionell plünderte man an diesem Tag den Weihnachtsbaum mit all seinen Süßigkeiten und brachte ihn aus der Wohnung nach draußen.

Ende des Weihnachtsfriedens

Ein nuuttipukki aus dem Jahr 1928, Foto: Toivo Kaukoranta/CC BY 4.0

Nach alten Gesetzen beendete der St. Knuts-Tag, auf Finnisch Nuutinpäivä, den 20 Tage währenden Weihnachtsfrieden. Die Tradition des Knutsbocks bzw. nuuttipukki auf Finnisch ist ursprünglich aus Schweden nach Finnland gekommen. Es waren junge Männer, die als Knutsböcke verkleidet von Haus zu Haus zogen. Die Verkleidung bestand aus einem alten Pelz, einer Maske und Hörnern. Sie forderten lauthals Bier oder Essen, das von Weihnachten übriggeblieben war und konnten Schaden anrichten, falls sie nichts bekamen.

Später änderte sich die Tradition in ein Kinderereignis, bei dem die verkleideten Kinder ein Lied vortrugen und dafür mit Süßigkeiten belohnt wurden. Heute ist die Tradition mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. In einigen Gegenden insbesondere in Westfinnland ist sie jedoch immer noch beliebt und ist auch in der nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes aufgeführt.

 

 

 

 

Beitragsfoto oben: elvissa/CC BY 2.0