Helsinki-Reise im Spätsommer 2026 – Teil 1

Der Hauptgewinn des DFG-Kochmarathons wurde im Rahmen der Festveranstaltung der diesjährigen DFG-Bundeshauptversammlung in Hannover verlost: Alexandra Mahler-Wings aus Kiel hat die von Finnlines gesponserte Fährreise nach Helsinki gewonnen und ist im August gemeinsam mit ihrer Freundin Kerstin nach Helsinki gereist. Die Reise hat Alexandra in einem Foto-Tagebuch festgehalten und wir veröffentlichen nun ihre Eindrücke in mehreren Beiträgen:

16.5.2026: Der Hauptgewinn

Zwei Tage vor meiner Verabschiedung in den Ruhestand ruft an einem Samstagabend unsere DFG-Vorsitzende Marianne an: Du hast den Hauptgewinn des DFG-Kochmarathons gewonnen, die Helsinki-Reise mit der Finnlines. Ich war sprachlos. Und dann war es wie ein Wink mit dem Zaunpfahl für mich: es ist wieder Zeit für eine Finnlandreise.

Ein Rückblick

Zuletzt war ich mit meinem Mann Niels-Peter Ende Februar 2024 in Helsinki. Er und unser Hund Nellie haben mich zur DFG-Kulturtagung begleitet und wir haben Urlaub angehängt. Es war unsere letzte gemeinsame Finnlandreise vor seinem Tod Ende 2024. Im Winter 2024 haben wir den bottnischen Meerbusen zum ersten Mal zugefroren erlebt. Beim Frühstück auf der Finnlines zogen erst Eisstücke vorbei, dann gab es nur noch die vom Eisbrecher freigebrochene Fahrrinne. Und Helsinki einschließlich der Inseln von Eis umgeben.

 

 

 

 

 

 

18.8.2026: Fährfahrt

Nun also knapp 2 ½ Jahre später wieder, für mich zum 11. Mal Helsinki. Diesmal begleitet meine Freundin Kerstin mich. Auf der Finnlines gibt es eine Neuigkeit: Hunde dürfen über einen Extra-Aufzug in die Außenbereiche auf Deck 11 und 12 – und nicht nur auf Deck 7 wie bisher! Das haben wir genutzt und Sonne pur genossen.

 

 

 

 

 

 

 

Wolkenspiele und Sonnenuntergang auf der Ostsee.

 

19.8.2026: Ankunft

Gegen 10:30 Uhr fahren wir in Helsinki von der Fähre. Das Auto ist mit wegen des Gepäcks für zwei Wochen, u.a. Hundebett, Gläser und Gelierzucker. Es ist schließlich Beerensaison. Und den Geschmack von Finnland so mit nach Hause zu nehmen ist unwiderstehlich.

Die im Stadtzentrum nahe Kamppi gebuchte Wohnung können wir um 16 Uhr beziehen. Also erstmal einkaufen, Mittagessen, HSL-Ticket buchen. Damit soll man die P&R-Parkhäuser kostengünstig bis -frei nutzen können. Im Parkhaus Herttoniemi gilt allerdings 12 Stunden maximale Parkzeit.

Das Mittagessen im Vege Café Verso in Herttoniemi ist wieder sehr gut. Niels-Peter und ich hatten es bei einem Besuch des Marimekko-Outlets bei den hundefreundlichen Restaurants gefunden. 2020 und 2022 hat es die Auszeichnung „Suomen paras lounas – bestes Mittagessen von Finnland“ erhalten. Es ist entsprechend viel los.

Gestärkt geht es in die Stadt. Die Wohnung liegt im 6. Stock und hat einen Balkon. Es dauert, bis alles oben ist, der Aufzug ist nicht groß und, wie vermutlich auch das Haus, von 1955. Gegenüber ist eine Schule, wir sind mitten im Leben von Helsinki und zu Fuß schnell in der Stadt.

Wir lassen das Auto über Nacht vor dem Haus. Das kostet hier im Stadtzentrum tagsüber 4 Euro/h. Parken in Helsinki ist sehr teuer geworden. Der Lohn von weniger Autos, den Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 oder 40 km/h und den vielen gut ausgebauten Rad- und Fußwegen: keine Verkehrstoten im ganzen Jahr 2025.

20.8.2026: Wohin mit dem Auto?

Wir fahren zum P&R Ruoholahti, aber auch hier gilt max. 12 Stunden, bei den Parkhäusern außerhalb max. 24 Stunden. Wir stehen ratlos da. Eine Finnin fragt uns, ob sie helfen kann. Wir schildern das Problem. Sie überlegt und ruft sogar ihren Mann an, der auch nicht weiterweiß. Dann fällt ihr ein, dass eine Freundin von ihr in einer Straße in Espoo wohnt, an der 24h steht. Sie gibt uns den Straßennamen und wir fahren nach Niittykumpu, stellen das Auto ab und fahren mit der Metro in die Stadt. Nachmittags regnet es. Wir kaufen im K-Market um die Ecke ein und machen es uns gemütlich.

 

21.8.2026: am Freitag steht das Zentrum auf dem Programm

Morgens spaziere ich mit Nellie in der Morgensonne Richtung Lapinlahden Sairaalan Puisto, wir gehen durch den Friedhof zurück. Wir treffen eine junge Frau mit Kinderwagen und Hund, ein Mann mit Aktentasche nimmt den Weg offensichtlich zur Arbeit, es ist ein wunderschöner ruhiger und doch lebendiger Ort.

Vormittags wollen wir ins Zentrum und verabreden uns bei Havis Amanda. Kerstin geht zu Fuß, Nellie und ich fahren Tram. Nellie ist jetzt 15 Jahre. Wenn wir spazieren gehen, ergeben sich viele kleine Gespräche, die meist beginnen mit „tyttö vai poika?“

Havis Amanda am kauppatori

Der Dom strahlt weiß in der Sommermorgensonne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Katariinankatu zum Hafen und der Sofiankatu finden sich künstlerisch gestaltete Stromkästen. Am Kauppatori geschäftiges Treiben.

 

 

 

 

 

 

Bevor es in den Moominshop geht nach Mitbringseln für die Enkel gucken, trinken wir stilecht einen Kaffee am Kioski an der Esplanadi. Für Nellie war die Innenstadt genug Trubel, es geht erstmal „nach Hause“.

Da wir inzwischen festgestellt haben, dass das 24h-Schild in Espoo auch max. 24h bedeutet, hole ich nachmittags das Auto zurück. Auf dem Weg zur Metro Kamppi komme ich an einem Neubau vorbei und an einer großen Baustelle – mit Baustellenzaun auf finnische Art.

 

 

 

 

 

 

 

Die Fahrt mit dem Auto zurück dauert nur 15 Minuten, jetzt steht es für 21 Euro/Tag um die Ecke und wir verlängern jeden Tag.

22.8.2026: Lapinlahden sairaalan puisto und Hietaniemen hautausmaa

Am Samstag haben wir uns vorgenommen, gleich gegenüber den Park des ehemaligen Lapinlahden Krankenhauses und den angrenzenden Friedhof näher zu erkunden. Kerstin ist abends schon Richtung Hietaniemi gelaufen, dort hat sie viele junge Leute die Abendsonne genießen sehen.

Das ehemalige Klinikum mit seiner Parkanlage auf einer Halbinsel ist definitiv einen Besuch wert. Im Gebäude finden auch Veranstaltungen statt. Es gibt Cafés, eine Sauna und einen Gemeinschaftsgarten.

Das Hauptgebäude

Auf den Felsen (Foto: Kerstin Haman)

Kerstin vor Haus Venezia mit Café

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gemeinschaftsgarten

Gemüse und Blumen leuchten in der Sonne

 

 

 

 

 

 

 

 

Gebadet wird hier auch.

Zurück geht es wieder über den Friedhof. Er umfasst auch einen orthodoxen, einen jüdischen und einen islamischen Teil.

 

 

 

 

 

 

Ein Engel Wacht

Denkmal für die Karelier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch auf dem Friedhof gibt es Höhenunterschiede (Foto: Kerstin Hamann)

 

Fortsetzung folgt! In Teil 2 geht es nach Töölö, Katajanokka, Kaivopuisto und Suomenlinna. Alexandra berichtet außerdem über interessante Begenungen und Entdeckungen.

 

Text und Fotos: Alexandra Mahler-Wings