Foto des Monats: Großer Eisvogel

In vielen Teilen Finnlands findet man noch eine intakte, nahezu unberührte Natur mit einer großen Artenvielfalt vor. Wer mit offenen Augen durch die Landschaft geht, kann oft wunderschöne und seltene Momente erblicken. So konnte auch Beate mal wieder in Nordkarelien einen dieser Momente mit ihrer Kamera einfangen:

Von welchen Zufällen die kleinen, aber nicht minder bedeutsamen Glücksmomente abhängen, wird mir immer wieder in Finnlands Natur deutlich.

Beim ersten Mal entschlossen wir uns nach getaner Arbeit einfach noch ein paar Minuten die in diesem Jahr seltenen Sonnenstrahlen auf unserer Gartenbank in Ufernähe zu genießen. Als wir unser geliebtes Sonnenplätzchen betraten, lag „er“ uns geradewegs zu Füßen: der Große Eisvogel (Limenitis populi, auf Finnisch: Haapaperhonen). Seine Farben waren faszinierend: braun-schwarz, weiß, orange, blau – welche Kombination! Ich eilte ins Haus, um wenigstens mit dem iPhone ein Foto zu machen. Eine halbe Stunde lang durften wir den Großen Eisvogel in allen Positionen in Ruhe betrachten.

 

Abends eruierte ich dann folgende Informationen:

  • In Deutschland ist er ein selten anzutreffender, aber einer der größten Tagfalter mit einer Flügelspannweite von 65 bis 80 mm.
  • offensichtlich handelt es sich hier um ein Weibchen wegen der stark ausgebildeten orangen und blauen Randbinden
  • Die Flügelunterseite ist orange gefärbt und mit einem weißen Band abgesetzter Zellen und blaugrauer Randregion.
  • Die Falter besuchen keine Blüten von Pflanzen, benötigen aber als Raupenfutterpflanze die Schwarz-Pappel (Populus nigra) und die Zitter-Pappel (Populus tremula). Daher auch der finnische Name „Pappelfalter“ – haapaperhonen.

Der  Braune Bär

Das zweite Mal war der Zufall noch größer: Ich wollte meine Gartenhandschuhe für unsere Mittagspause in ein „Sommerregal“ an der Gerätehaus-Wand ablegen, als mir ein besonderer Falter wegen der Farbgebung ins Auge stach: ein mittleres Braun mit einem champagnerfarbenen, großmaschigen, netzähnlichen Muster und länglichen Flecken: der Braune Bär (Arctia caja, auf Finnisch: Isosiilikäs). In Deutschland war er 2021 der Schmetterling des Jahres. Er steht auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten.

Aufgrund seiner Lebensweise war es ein reiner Glücksfall, dass ich ihn zu sehen bekam. Er verharrte übrigens den ganzen restlichen Tag an unserer Gerätehaus-Wand – am nächsten Morgen war er verschwunden.

Text und Fotos: Beate Erwien-Schrotmann

 

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Mitmachaktion Foto des Monats