Ylva Haru – Tove Janssons Sommerinsel und ein Lieblingsvorname
Mit einem stimmungsvollen Konzert von YLVA HARU sind die 13. SE-Kulturtage 2026 im Kulturhaus Remise in Bad Segeberg eröffnet worden. Sehr viele Besucherinnen und Besucher waren in das historische Gebäude gekommen – was den Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg e.V. und die DFG Schleswig-Holstein als Mitveranstalter sehr freute.
YLVA HARU, das Trio aus der Sängerin und Multiinstrumentalistin Lotta Jääskelä sowie den Gitarristen Matias Kiiveri und Petri Kuusela, begeisterte das Publikum mit einem rund 75-minütigen Programm. Die Texte der vorgetragenen Musikstücke waren alle in finnischer Sprache.
Lotta Jääskelä alias YLVA HARU führte selbst auf Englisch durch das Programm. Woher aber der Projektname YLVA HARU? Laut eigener Aussage sei Lotta im Jahr 2012 mehr zufällig mit zwei Journalisten auf der Sommerinsel Klovharu der finnischen Autorin und Erschafferin der Mumins, Tove Jansson, gewesen.
Dort habe sie auf eindrückliche Weise zur Natur, zu sich und zur Musik aus der Natur, gefunden. Und Ylva sei einfach ein Mädchenname, den ihre Mutter und sie sehr schön finden. Also wurden ein Teil des Namens der Insel Klovharu – Haru – und der Vorname Ylva zu YLVA HARU.
Inspiration aus der Natur
Viele der von Lotta selbst komponierten und getexteten Musikstücke sind durch die Natur und auf gewisse Weise einer dauerhaften Reise zu sich selbst inspiriert.
Das Publikum war zwischenzeitlich so versunken in die fesselnden Klänge der Gitarren und Stimmen, dass es mit minimal zeitlichem Versatz erst applaudierte. Lotta brachte die Zuhörer daraufhin mit der Frage, ob alle wegen des sehr gut gefüllten Konzertraumes genug Luft zum Atmen hätten, zum Lachen.
Herrlich war auch die unerwartete Frage, ob Tinas Schwiegermutter zuhöre. Dem Trio sei auf einem vorigen Konzert erzählt worden, dass die Schwiegermutter ebenfalls plane, sich Ylva Haru in Schleswig-Holstein anzuhören. Aber offenbar war die Schwiegermutter nicht da, um den wunderbaren Klängen zu folgen.
Bereits vor Beginn des Segeberger Konzerts konnten die Gäste eine Vernissage mit der 23-jährigen Segeberger Künstlerin Levke Schramm besuchen. Sie präsentierte ihre Arbeiten im Rahmen des Festivalauftakts und war selbst bei der Veranstaltung anwesend.
Die Kombination aus Vernissage und Konzert verlieh dem Abend einen besonderen Charakter und machte die Eröffnung des 13. SE Kulturtage Festivals zu einem abwechslungsreichen kulturellen Ereignis.
Ylva Haru begeisterte auch in Kiel
Auch am Samstag, den 05.09.2026 kamen über 70 Besucherinnen und Besucher in den Gemeindesaal der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Kiel-Dietrichsdorf, so dass Stühle dazu gestellt werden mussten.
Diesmal wurde die englische Moderation der Sängerin von unserer zweiten Vorsitzenden und Kulturreferentin Alexandra Mahler-Wings ins Deutsche übersetzt.
Ein lustiges Missverständnis zu einer Erläuterung eines Musikstückes führte zu Gelächter bei dem Trio und dem Publikum. Lotta erzählte, dass sie zu einem Song inspiriert worden sei, als sie an einem Gebäude stand, bei dem sie bereits vor 15 Jahren einmal gewesen sei. Aus dem Publikum kam nachhakend, ob vor 15 oder 50 Jahren – Lotta reagierte gespielt entrüstet, sie sei doch erst 40 Jahre alt.
Während des zwölf Musikstücke umfassenden Konzertes tauschten die Triomitglieder mehrfach die drei Gitarren. Dazu hieß es, dass sie normalerweise jeder mit drei Gitarren auf Tournee gehen würden. Sie hatten sich allerdings kurzfristig doch für eine Fluganreise nach Deutschland entschieden. Daher musste an Gepäck – also auch Gitarren – gespart werden.
Mit dem wunderbar stimmungsvollen Stück RAUHA (Frieden), bei dem Lotta gleichzeitig Gitarre und Mundharmonika spielte, wünschte YLVA HARU dem Publikum, Frieden und innere Ruhe zu finden.
Das Publikum dankte mit standing ovations.
Sechs Konzerttermine folgen für das Trio noch auf dieser DFG-Tournee, die insgesamt zehn Konzerte in sieben Bundesländern umfasst.
Text und Fotos: Anne Schulz










