Das süße Malheur von Fazer

Ich vermute, dass nahezu jeder im Ausland lebenden Finnin bzw. jedem Finnen das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn man den Namen Die Blaue von Fazer – Fazerin Sininen hört. Nach einer Umfrage ist es die bekannteste Produktmarke in Finnland. Der Süßwarenhersteller Fazer produziert neben Schokolade viele andere Sorten von Süßigkeiten, Brot und weitere Backwaren.

Wie bei jeder industriellen Massenproduktion fällt auch bei Fazer viel Ausschussware an. Bei Lebensmitteln ist es natürlich besonders ärgerlich, denn nur ein Teil davon kann wieder „recycelt“ werden, der größte Teil landet im Müll. Dabei ist das Produkt an sich nicht schlecht oder schädlich. Oft sind es nur rein optische Gründe, die dazu führen, dass der Bonbon nicht in die Tüte wandert, sondern in die Tonne.

Zu klein aber fein

Fazer will etwas gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen und bringt ab Oktober das neue Produkt „Fazerin Makea Moka“ heraus, frei übersetzt, „Das süße Malheur von Fazer“. In der Makea Moka –Tüte findet man eine Mischung aus Süßigkeiten, die zu klein oder zu „zuckerig“ sind oder die einfach nur aneinanderkleben, so dass sie die strenge Qualitätskontrolle der Produktion nicht bestehen. Jede Tüte ist einzigartig, aber die Bestandteile sind altbekannte Süßigkeiten aus Produktmarken wie Aarrearkku, Tutti Frutti, Remix, Pantteri oder Ässä und ohne Bedenken genießbar.

Fazer sucht vorurteilsfrei nach neuen Wegen, um die durch die Produktion verursachten Umweltbelastungen zu minimieren. Noch ist es ein Pilotprojekt des Fazer-Werkes in Lappeenranta, die Makea Moka- Produkte werden ab Oktober in den Filialen der Prisma-Supermarktkette verkauft.

Überraschungstüte

Die einmal im Monat hergestellten Makea Moka-Tüten werden aus 88 möglichen Varianten zusammengestellt, immer abhängig von dem im Produktionsprozess entstehenden Ausschuss. Typischerweise entsteht Ausschussware am Anfang und am Ende einer Produktionscharge. Die häufigsten Fehler sind abweichende Farben und Größen sowie das Vermischen von verschiedenen Sorten. In jedem Makea Moka –Mix sollten mindestens 5-6 verschiedene Sorten enthalten sein, jede Tüte ist anders und immer eine Überraschung für den Käufer.

Ein Drittel der weltweit hergestellten Lebensmittel endet im Müll! Dieser Versuch ist ein kleiner, entschlossener Schritt in die richtige Richtung: Minimierung der Lebensmittelverschwendung und Reduzierung der durch die Produktion verursachten Umweltbelastung. Fazer steht zu seinen Fehlern, im wahrsten Sinne des Wortes!

Mehr über Fazer (auf Englisch): www.fazer.com

Foto: Fazer

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