Elias kann zwanzig Sprachen und spielt Luftgitarre

Das finnische Startup-Unternehmen Utelias Technologies Oy hat einen Roboter entwickelt, der im Schulunterricht beim Lernen von Fremdsprachen unterstützend eingesetzt wird. Die Entwicklung der sprachgesteuerten Lernanwendung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Lehrern und Schülern. Elias kann insbesondere das aktive Sprechen fördern.

Erste Sprachlern-App mit KI und Robotik

Die Gründerin des Unternehmens, Johanna Hemminki, war selbst als Lehrerin für Finnisch als Fremdsprache tätig und hat dabei erfahren, wie schwer gerade das Sprechen am Anfang ist. Es gibt zwar viele Fremdsprachen-Apps auf dem Markt, aber keine davon bietet aktive Sprechübungen an. Elias kann Fragen stellen und beantworten, seine Tonlage kann je nach Anwender geändert werden, Kinder spricht er mit einer helleren, Erwachsene mit einer tieferen, weniger kindlichen Stimme an. Mit Elias kann man sprechen, ohne sich für seine Fehler zu genieren.

Menschliche Elemente sind nach Johanna Hemminki sehr wichtig im Unterricht. Elias sieht zwar aus wie ein Roboter, kann aber gehen, sitzen sowie die Arme und den Kopf bewegen. Auch ein „High Five“ gelingt ihm, ebenso wie Tanzen und Pausengymnastik. Elias „versteht“ zwanzig Sprachen und kann neben Finnisch sieben weitere Sprachen unterrichten: Schwedisch, English, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Chinesisch.

Nützliches Unterrichtsmittel

Nach Johanna Hemminki kann ein Roboter jedoch keine Lehrkraft ersetzen, sondern dient lediglich als ein Lehrmittel im Unterricht. Ein Roboter wird nie müde, die gleichen Dinge zu wiederholen und kann insbesondere in großen Klassen die Arbeit der Lehrkraft unterstützen.

Elias führt den Anwender selbständig durch den Lernabschnitt und gibt ihm Feedback. Jede Übung zeigt den Lernfortschritt anhand einer Skala an, die auch die Aussprache des Wortes oder des Satzes bewertet.

Ältere Schülerinnen und Schüler betrachten Elias als ein Gerät wie Smartphone oder Tablet, jüngere dagegen können diese Unterscheidung nicht immer machen und sehen in dem Roboter gar eine ebenbürtige Person. Elias-Roboter kann auch nicht ohne Beaufsichtigung agieren, denn er reagiert auf Kommandowörter und kann daher aus dem allgemeinen Sprachgewirr das falsche Kommando aufschnappen.

Internationalisierung als Ziel

Da Johanna Hemminki durch frühere Tätigkeiten auch schon Erfahrungen mit Robotern gesammelt hatte, gründete sie in 2017 gemeinsam mit weiteren Experten aus den Fachbereichen Linguistik, Programmierung, Robotik und Vermarktung das Unternehmen Utelias Technologies Oy (Curious Technologies Ltd.).

Nach erfolgreichen Testreihen und der Markteinführung in Finnland soll Elias nun auch die internationalen Märkte erobern. Die Sprachkenntnisse dafür hat er zumindest schon!

Weitere Informationen: www.eliasrobot.com

Fotos: Utelias Technologies Oy

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