Fit durch Winterschwimmen!

Die Finnen üben ja bekanntlich viele verrückte Sportarten aus. Aber eine davon, das Schwimmen im Eisloch, fördert nachweislich die Gesundheit und trägt zur allgemeinen Entspannung bei. Es wird ihm sogar eine süchtig machende Wirkung nachgesagt!

Finnland ist das Eldorado der Winterschwimmfans. Natürliche Schwimmplätze gibt es in den zahlreichen Seen und im Meer überall im Land verteilt. Es gibt etwa 300 offiziell zugelassene Winterschwimmplätze und mehr als 150.000 Enthusiasten begeben sich regelmäßig in das eiskalte Wasserloch im Eis.

Glücksgefühle und Gesundheit

Foto:Visit Finland/Harri Tarvainen

Was die hartgesottenen Eislochschwimmer immer wieder in die Eiseskälte treibt, ist das euphorische Gefühl danach. Das kalte Bad ist eine kurzfristige Stresssituation für den Körper, die Endorphine und andere Glückshormone freisetzt. Man fühlt sich wie auf Wolken.

Wenn man sich ins kalte Wasser begibt, steigt der Blutdruck zunächst an als Reaktion auf die plötzlich einsetzende Kälte. Aber durch regelmäßiges Eislochschwimmen wird der Blutdruck langfristig gesenkt. Studien haben gezeigt, dass das Eislochschwimmen darüber hinaus gegen Schmerzen hilft, die körpereigenen Widerstandskräfte steigert und die Anzahl der Antioxidantien erhöht.

Umfragen unter aktiven Eislochschwimmern haben außerdem ergeben, dass bei 60% der Befragten das allgemeine Stressniveau und die Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten zurückgegangen sind. Mehr als 30% der Befragten gaben an, dass das regelmäßige Eislochschwimmen gegen Schmerzen hilft und die Schlafqualität verbessert.

Finnische Meisterschaften

In Finnland finden jährlich, wie könnte es anders sein, Meisterschaften im Eislochschwimmen statt. Suomen Latu, The Outdoor Association of Finland, ist von Anfang an die treibende Kraft gewesen, die die Disziplin weiterentwickelt hat. Die Organisation fungiert als Sportfachverband, entwickelt Fortbildungen und organisiert Veranstaltungen. In Finnland gibt es zahlreiche Vereine, die aktiv Eislochschwimmen betreiben.

Bei den Meisterschaften gibt es verschiedene Disziplinen, aufgeteilt in Altersstufen für Damen und Herren:

  • Brustschwimmen 25 m, mit dem Kopf über der Wasseroberfläche
  • Brustschwimmen 50 m, mit dem Kopf über der Wasseroberfläche
  • Freistil 25 m

Die nächsten finnischen Meisterschaften finden in der Zeit vom 7. bis 9. Februar 2020 in Joensuu statt.

Auch ins Guinness Buch der Rekorde haben es die finnischen Eislochschwimmer geschafft:  453 Personen schwammen gleichzeitig in einem riesigen Eisloch im See Ponnenjärvi bei Töysä in Westfinnland.

Nützliche Tipps für Anfänger

Auf dem Weg aus der Sauna ins Eisloch
Foto: VF/H. Tarvainen

Das Eislochschwimmen ist im Prinzip für jeden geeignet. Man kann es mit einem Saunagang verbinden oder nicht. Der Fachverband Suomen Latu hat eine Liste zusammengestellt, die man dabei beachten sollte:

  1. Vor dem Eislochschwimmen sollte man die Muskeln durch Walken, Gymnastik oder andere Übungen aufwärmen.
    2. Wenn man aus der Sauna ins Eisloch geht, sollte man den Körper vorher etwas auskühlen lassen.
    3. Bei winterlichen Verhältnissen sollte man sich vorsichtig bewegen, denn Wege und Leitern können vereist sein.
    4. Niemals mit dem Kopf zuerst ins Wasser springen.
    5. Ruhig atmen, das kalte Wasser kann bei Anfängern den Atem stocken lassen.
    6. Die ersten Male nur kurz ins Wasser tauchen und die Länge nach und nach nach eigenem Befinden steigern.
    7. Nach dem Schwimmen warme Kleidung anziehen und reichlich lauwarme Getränke zu sich nehmen.
    8. Nicht unter Alkoholeinfluss oder im kranken Zustand ins kalte Wasser steigen.
    9. Niemals alleine ins Eisloch steigen.
    10. Bei gesundheitlichen Bedenken immer erst den Arzt konsultieren.

Die Häufigkeit und Dauer des Eislochschwimmens, sowie die Frage nach mit oder ohne Sauna sind individuelle Entscheidungen, die jeder für sich treffen muss. Man sollte dabei auf seinen eigenen Körper hören! Auch kleine Kinder können im Eisloch schwimmen, wenn sie es aus eigenem Antrieb möchten.

Weitere Informationen: Suomen Latu (auf Englisch)

Weltmeisterschaften

Quelle: Suomen Latu

Beitragsbild: Visit Finland/Harri Tarvainen

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